Byron Katie hat mich durch so manche schwierige Zeiten in meinem Leben begleitet. Sie war immer da; ich konnte ihre beruhigende Stimme und gnadenlos rationale Sicht der Dinge einfach als Hörbuch anschalten und schon ging es mir wesentlich besser. Sie war der Balsam für meine aufgeriebenen Nerven, den ich manchmal bitter nötig hatte. - Danke Katie
Ich habe nie "The Work" gemacht und das aus gutem Grund. Das mag zum oberen Absatz nun klingen wie ein Widerspruch, ist es aber interessanter Weise nicht. Denn man muss nicht alles aus der Vergangenheit durcharbeiten/durchexerzieren um sich davon zu lösen und befreit nach vorne schauen zu können. Manchmal ist dies sogar hinderlich und man dreht und dreht sich doch immer wieder nur im Kreis. Auch das ständige Durchfühlen von allem Vergangenen ist mehr als kontraproduktiv. Wenn es in einer Situation herauf kommt und gesehen werden will, dann soll es seine Daseinsberechtigung auf jeden Fall bekommen und ganz und gar gefühlt werden, aber dies immer wieder absichtlich zu provozieren, kann fatale Folgen haben. Denn wenn wir eine schlimme Situation erlebt haben und diese nun immer wieder aufs Neue durchleben, so werden wir, statt zu heilen, immer wieder retraumatisiert. Unser Nervensystem versetzt sich immer mehr in Alarmbereitschaft, aufgrund der wahrgenommenen Gefahrenquelle, und kann nicht zur Ruhe kommen und genesen.
Es ist wie bei einer Wunde, die immer wieder aufgerissen wird. Sie kann nicht richtig verheilen, da der Heilungsprozess ständig unterbrochen wird. Dadurch plagt sie uns umso länger.
Versteh mich bitte nicht falsch. Wenn Du über ein bestimmtes Thema sprechen möchtest und ständig darüber nachdenken musst, dann möchte dieses Thema gesehen und beredet werden. Dann ist es gut, nützlich und hilfreich für den Heilungsprozess, dieses Thema genauer zu beleuchten. Es möchte heraus und diese Aufmerksamkeit soll es auch bekommen. Dadurch allein kann sich das Nervensystem, nach einer kurzen Phase des Aufgewühltseins, schon beruhigen. Doch wenn Du einen inneren Widerstand spürst, dann hat dies einen guten und wichtigen Grund. Das Thema ist vielleicht noch zu frisch, zu sensibel, zu tiefsitzend, um angesehen und bearbeitet zu werden.
Nun mag es vielleicht so klingen, als stünde ich dem Ansatz von Byron Katie ablehnend gegenüber, aber dem ist absolut nicht so. Im Gegenteil. Ich finde ihn großartig und denke jeder kann davon profitieren ihre Bücher/Hörbücher gelesen/gehört zu haben. Nur war bei mir der innere Widerstand jedes Mal so überaus deutlich zu spüren, wenn ich damit beginnen wollte "The Work" anzugehen, dass ich im Endeffekt nie dazu gekommen bin. Das mag bei anderen Leuten anders sein und ich habe schon etliche positive Erfahrungsberichte darüber gehört und gelesen, wie wunderbar "The Work" bei ihnen allen geholfen hat. Nur für mich ist sie leider nichts. Und trotzdem...höre ich ihre Hörbücher und verschlinge ihre Bücher und fühle mich danach geerdet, innerlich ruhiger und friedvoller mit der Welt.
Wenn du der englischen Sprache mächtig bist, so empfehle ich dir auf jeden Fall ihre Hörbuchversion zu hören. Ihre ganze Art, ihre Stimme, Ihre Ausdrucksweise und wie sie mit dem gesamten Thema umgeht, waren für mich ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit. Sie ist immer authentisch und kann dir daher den Prozess wesentlich besser näher bringen, als alles, was du darüber lesen kannst.
The Work ist der Ansatz, den Byron Katie am eigenen Leib erfahren hat und den sie nun in die Welt hinaus trägt. Es geht im Grunde darum, dass wir Annahmen, Einstellungen und Sichtweisen auf ein bestimmtes Thema so hinterfragen, dass am Ende nur die vollkommene Realität zurück bleibt. Es geht also Letztendlich um Annehmen und Loslassen, aber auf eine so präzise gezielte Weise, dass es uns absolut nicht schwerfällt. Wir erkennen plötzlich, was wirklich da ist, was uns vorher verborgen war und können diese neue Erkenntnis nutzen, um uns aus dem Gedankengefängnis zu befreien und Frieden mit dem Thema zu schließen.
Und so funktioniert es: